ROCKTIMES CD REVIEW

Viele Musiker und Sänger beziehungsweise Sängerinnen befinden sich im Line-up.
So zum Beispiel Gitarrist Mani Gruber, der bei der mittlerweile aufgelösten Formation BoysVoice war. Der Drummer Andy Lind kommt aus dem Dunstkreis der Freaky Fuckin Weirdoz und Bassist Tobias Schwartz zupft die dicken Saiten bei Ringsgwandl.
In den Liedern kommen häufig Bläser zum Einsatz. Lobenswert: Die waren wirklich im Studio und klingen somit authentisch.
Die Produktion und der Sound ist außerhalb jeder negativen Kritik und speziell, wenn das Gebläsetrio Marion Dimbath (Posaune), Stephan Reiser (Saxofon, Klarinette) und Reinhard Greiner (Trompete) zuschlägt, dann brennt die Hütte. Lässt man die Gitarristen im Vordergrund agieren, muss ebenfalls die Feuerwehr gerufen werden. Ein Song wie „Angel Talk“ ist ein ganz heißes Eisen zum Austoben von Keyboards, Sechssaitern sowie Holz- beziehungsweise Blechbläsern.
Claudia Cane darf stolz darauf sein, eine Stimme wie Tina Turner zu haben und die Chorusse sind einfach gut.
Funk, Soul, Rock und Gospel steht in dem Speiseplan des LifeLine Projects.
Diese Genres werden in den Tracks auch gut herausgeschnitzt und, um noch einmal auf bereits erwähntes „Angel Talk“ zurückzukommen: Da darf die Gitarre in Passagen auch in Richtung Metal gehen und sich das Saxofon im Jazz verankert. Da kann man wirklich nicht meckern… es rockt.
Hinzu kommt ein mächtig funkendes Titelstück, bei dem einem die Hörfreude ins Gesicht springt. Hier soliert die gesamte Bläserabteilung hintereinander weg und jetzt interessiert mich aber, welchen Hintergrund die Drei haben.
Aha, Marion Dimbath macht Musik im Jazz-Dreier Triorange. Stephan Reiser mischt bei Marty And His Rockin‘ Comets mit. Genau so wie Reinhard Greiner, der darüber hinaus unter anderem auch für Christian Willisohn spielt.
Wo gleißendes Licht ist, gibt es auch gut konturierte Schatten.
Bei allen gut gemeinten Ansätzen ist „Childhood (The Chimes)“ einfach überzogen pathetisch. Wahrscheinlich wird es dieses Lied in eine der großen Weihnachtssendungen machen und bei einem breiten Publikum Gefallen finden. Ich bleibe da wohl eher Einzelgänger.
Wie der Hörer mit „Jesus In Tibet“ empfangen wird, ist vorprogrammiert: Die Handtrommeln klingen wie aus dem Hochland, erzeugt wurden sie aber in den Tiefen eines Percussionprogramms. Auch hier rockt die Gitarre gut und die tiefe Stimme von Donald Arthur ist genau am richtigen Platz. Dieses Stück, wie andere, gibt es als Bonustracks in weiteren Varianten. Letztgenannte Nummer gleich noch zweimal: als Instrumental und in einer Version mit deutschem Text.
Ebenfalls hat „Walk In Peace“ mit dem ‚Radio Edit‘ ein kleines Brüderchen und „Don’t Look Back“ ein deutschsprachiges Schwesterchen.
Insgesamt befinden sich die Songs von „Train To Heaven“ in sehr unterschiedlichen Lichtverhältnissen. Manchen lauscht man gerne… auch öfter. Ein ganzer Teil hat keinen Favoritenstatus.
Zu den religiösen Aussagen (auch in den Songtexten) möchte ich mich nicht äußern und der gute Zweck ist lobenswert.

ROCKTIMES

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